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Foto: Deutscher Engagementpreis 2009 - Preisverleihung
Grüne Damen, Arbeiterkind.de, Bürgerkommune Nürtingen, Fußball baut Brücken und SOZIALHELDEN erhalten Auszeichnung für freiwilliges Engagement.

Am 5. Dezember 2009, dem internationalen Tag des Ehrenamts, wird erstmalig der Deutsche Engagementpreis in Berlin verliehen. Fünf Preisträger werden im Rahmen eines außergewöhnlichen Festprogramms für ihren freiwilligen gesellschaftlichen Einsatz geehrt. Die Preisverleihung ist Teil der Kampagne „Geben gibt.“. Träger und Initiator ist das „Bündnis für Engagement“.

Mehr als 2.200 Personen und Projekte wurden in den Sommermonaten für den Deutschen Engagementpreis nominiert, knapp 1.000 Projekte eingereicht. Eine elfköpfige Jury ermittelte die Preisträger in vier Kategorien. Zudem konnten alle Bürgerinnen und Bürger online über den Gewinner des Publikumspreises abstimmen. 38.000 Stimmen wurden insgesamt für 20 Shortlist-Projekte abgegeben.

Dr. Alfred Biolek moderiert die feierliche Preisverleihung im Deutschen Bundestag. Das künstlerische Programm, das das Wirken der Preisträger individuell ehrt, gestalten Walter Sittler, Dr. Eckart von Hirschhausen, die Wee Dance Company, der Bariton Martin Schubach, der Sprachkünstler Timo Brunke und das Trio Bravo. Der Deutsche Engagementpreis wird von nun an jährlich vergeben und soll die Anerkennungskultur für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland nachhaltig ausbauen.

Die Preisträger 2009
Katja Urbatsch, Gründerin und ehrenamtliche Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de. kann sich mit ihrer Initiative „ArbeiterKind.de“ über die Auszeichnung in der neu geschaffenen Kategorie „Sozialunternehmen“ freuen. Die Jury entschied, diese alternativ zu der Kategorie „Wirtschaft“ zu vergeben, da keine vergleichbar innovativen Projekte eingereicht worden waren. ArbeiterKind.de kümmert sich um Schulabgänger aus nichtakademischen Familien. Sie studieren seltener als Kinder akademischer Eltern. Einer der Gründe dafür ist das Informationsdefizit. Hier schafft die Initiative ArbeiterKind.de Abhilfe. Auf dem Internetportal und im Gespräch mit 1.200 Mentoren bekommen Jugendliche Informationen zu Fragen rund um das Studium. „Dass ich mit meiner Initiative Lösungswege aufzeigen kann, treibt mich an“, sagt Katja Urbatsch.

In der Kategorie „Einzelperson“ erhält Günter Bechtold den Deutschen Engagementpreis. 2003 hat er als Trainer des SC Neuburgweier das Projekt „Fußball baut Brücken“ gegründet. Seine jugendlichen Kicker trainieren mit behinderten Schülerinnen und Schülern der Ludwig Guttmann Schule Karlsbad. „Der Spaß, die Leidenschaft und die gewachsene soziale Kompetenz der Kinder entschädigen für die anfänglich vorhandenen bürokratischen Hürden. Unser Projekt hat sicherlich Modellcharakter, denn es ist überall eins zu eins umsetzbar – die Sprache des Fußballs versteht jeder“, so Bechtold.

Die „Grünen Damen und Herren“ der Evangelischen Krankenhaus-Hilfe e.V. (EKH) erhalten die Auszeichnung in der Kategorie „Dritter Sektor“. Die Grünen Damen besuchen ältere, kranke und behinderte Menschen. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche, erledigen kleinere Besorgungen oder Hilfeleistungen. Der 1969 gegründete Besuchsdienst hat sich mittlerweile in ganz Deutschland etabliert. „Die ehrenamtliche Unterstützung ergänzt die ärztliche, pflegerische und seelsorgerische Arbeit auf der rein menschlichen Ebene“, erläutert Gabriele Trull, seit 1996 Vorsitzende der EKH. Mehr als 10.000 Grüne Damen und etwa 70 Grüne Herren besuchen bundesweit rund 450 Krankenhäuser und 260 Altenheime.

Der Deutsche Engagementpreis in der Kategorie „Politik & Verwaltung“ geht an die Bürgerkommune Nürtingen. Knapp die Hälfte der Nürtinger Bevölkerung – etwa 20.000 Bürgerinnen und Bürger – engagiert sich in der 1991 gegründeten Bürgerkommune der Stadt. Mittlerweile sind rund 80 ausgebildete Bürgermentoren als Brückenbauer für unterschiedliche Projekte im Einsatz. Sie leiten unter anderem die 15 Beteiligungsforen:
Bürger, Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter arbeiten hier zusammen, organisieren Projekte und bereiten Anträge für den Gemeinderat vor. Zudem fördert die Kommune freiwilliges Engagement durch ein Bonussystem und Weiterbildungen.

Rund 13.000 Stimmen erhielt das Gewinnerprojekt im Rennen um den „Publikumspreis“: Die SOZIALHELDEN haben es geschafft, vor allem junge Menschen für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren. Ihr Erfolgsrezept sind kreative Aktionen: Sie haben den „SuperZivi“ gecastet, die Wanderausstellung „Barrierefrei?“ initiiert und bei dem Projekt „Pfandtastisch helfen!“ Pfandflaschen-Bons gesammelt und mit dem Erlös Mahlzeiten für Bedürftige finanziert. Initiator Raul Krauthausen fasst den Ansporn der SOZIALHELDEN zusammen: „Wir glauben, wer etwas verändern will, braucht keinen roten Umhang und auch keine Superkräfte. Engagement, Überzeugung und Mut reichen voll und ganz.“

Bilder zum Download:
www.geben-gibt.de/mediathek

Die Kampagne „Geben gibt.
Die Kampagne „Geben gibt.“ hat sich zum Ziel gesetzt, freiwilliges Engagement in Deutschland nachhaltig zu stärken. Initiatoren der Kampagne sind die großen gemeinnützigen Dachverbände sowie bundesweite Netzwerke und Initiativen, die sich zum „Bündnis für Engagement“ zusammengeschlossen haben. Hauptförderer sind der Zukunftsfonds der Generali Deutschland Holding AG und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Zu den Mitgliedern des „Bündnis für Engagement“ zählen die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. (BAGFW), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO), das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), der Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V., der Deutsche Bundesjugendring e.V. (DBJR), der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Olympische Sportbund e.V. (DOSB), der Deutsche Spendenrat e.V., die Türkische Gemeinde in Deutschland sowie VENRO – der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. Unterstützende Partner sind unter anderem der Johanniterorden, der Deutsche Caritasverband e.V., der Deutsche Städtetag sowie das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (dzi).

Kontakt:
Kampagnenbüro „Geben gibt.“
c/o Bundesverband Deutscher Stiftungen
Dr. Cornelie Kunkat
Projektleiterin Kampagne
Mauerstraße 93 | 10117 Berlin
Telefon (030) 89 79 47-93 | Fax -51
cornelie.kunkat at stiftungen.org

One Comment, RSS

  • detrius

    schreibt zu:
    7. Dezember 2009 um 17:49

    Pharyngula FTW!

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